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  • Was passiert, wenn die Bestäuber aussterben? – Alternative Bestäubungsmethoden

Auch wenn sich dieses Szenario aktuell niemand wünscht und sich nur wenige eine Welt ganz ohne Bestäuber vorstellen können, so aktuell ist die Thematik, dass bereit heute in manchen Teilen der Welt Bestäuber ausgestorben sind und alternative Wege der Bestäubung gefunden werden müssen. 

Der folgende Blogartikel soll zwei dieser Methoden näher erläutern und ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig Bestäuber auf unserem Planeten sind.  

Bedrohung der Bestäuber

Mit 80% der weltweiten Nutz- und Wildpflanzenbestäubungen zählen Bienen zu den wichtigsten Bestäubern unseres Planeten. Doch sie stecken in einer in diesen Ausmaßen noch nie dagewesenen Gefahr ausgelöst durch Varroa-Milben und Pestizide in der Landwirtschaft.  

Umweltgifte finden sich in hoher Konzentration besonders in China. Deshalb gibt es in den betroffenen Gebieten teilweise weder Bienen noch Vögel. Ihr fragt euch jetzt, wie die dortigen Obst- und Gemüseplantagen und auch die Wildpflanzen bestäubt werden? 

Menschliche Bestäuber und was es damit auf sich hat 

Für die Landwirtschaft gibt es eine “Lösung”:

Arbeiter:innen klettern zur Blütezeit auf die Bäume und bestäuben jede einzelne Blüte von Hand.  Dafür benötigen sie in etwa ein Kilogramm Blüten für die händische Bestäubung pro Tag.

Aber wie kommt man an den Pollen, der zur Bestäubung nötig ist?

Hier fängt es an knifflig zu werden. Zuerst müssen die Staubbeutel mit Hilfe einer Zahnbürste von der Blüte getrennt werden. So gelangen die Arbeiter:innen an den Pollen. Anschließend trocknet der Pollen für etwa 24 Stunden. Nun folgt die Handbestäubung. Ein Wedel wird in getrocknete Pollen getaucht und anschließend an jeden Blütenzweig geschwungen. Eine menschliche Biene bestäubt ca. 30 Bäume pro Tag. Also in etwa 30 000 Blüten pro Tag.

Ein Vergleich: ein Bienenvolk schafft an nur einem Tag bis zu 300 Millionen Blüten zu bestäuben.

Von Drohnen als Bestäuber

Eine weitere Methode, die aktuell viel diskutiert wird, sind bestäubende Drohne. Drohne, damit meinen wir nicht den Drohn, der Teil des Bienenstocks ist. Sondern das mechanische Fluggerät.

Forschungseinrichtungen und Studenten tüfteln an einem technischen “Bienenersatz”. Und so absurd das auch klingen mag, könnte unsere Nahrungsmittelproduktion in Zukunft stark davon abhängen. Keine Zukunft die wünschenswert ist, aber eine Zukunft, auf die wir uns gerade mit großen Schritten zubewegen, wenn sich nicht bald was ändert.

Prototypen der autonom fliegenden Mikrorobotern sind bereits auf dem Weg getestet zu werden. Man will damit eine ausreichende Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen erreichen und gleichzeitig Daten zur Umwelt, zum Wetter und zum Klima erfassen.

Fakten über die „RoboBee“:

  • Ist in ihrem Aufbau von der realen Biene inspiriert
  • Systeme darin helfen Katastrophenhilfe (durch Sammeln von Daten) zu leisten und Aufgaben in der Landwirtschaft zu erfüllen
  • etwa halb so groß wie eine Büroklammer
  • wiegt weniger als ein Zehntel Gramm
  • fliegt mit "künstlichen Muskeln", welche aus Materialien bestehen, die sich zusammenziehen, wenn eine Spannung angelegt wird
  • Zusätzliche Modifikationen: Schwimmen unter Wasser und das sitzen auf Oberflächen

Glücklicherweise ist ein Roboter, der unsere Pflanzen bestäubt aktuell noch Zukunftsmusik. Der Prototyp ist noch keinesfalls ausgereift oder gar einsatzbereit.

Beste Alternative: keine Alternative

Für die kommenden Jahre liegt es also an uns etwas zu verändern und diesen Planeten so wertzuschätzen und zu schützen, dass viele Generationen nach uns noch die Vielfalt an Insekten und Pflanzen genießen können.

Selbst wenn es Alternativen gibt, so könnten Menschen oder Roboter niemals das ersetzen, was uns die Bienen alles geben: Propolis, Honig und Lebensqualität. Eine Welt ohne die summenden und brummenden Kleintiere, wäre einfach undenkbar.

Lasst sie uns gemeinsam schützen!

Quellen

  • Wood, R., Nagpal, R., & Wei, G. Y. (2013). Flight of the robobees. Scientific American, 308(3), 60-65.
  • https://www.wwf-jugend.de/blogs/9861/7408/ausgerottet-die-menschlichen-bienen-in-china
  • https://www.beebetter.de/alternative-bestaeubung-roboter-und-menschen
  • https://wyss.harvard.edu/technology/robobees-autonomous-flying-microrobots/
  • https://www.3sat.de/wissen/nano/menschliche-bienen-100.html
  • https://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/pestizide/bienensterben-was-waere-wenn

 

Geschrieben hat

Sarah Schmidt