Bienen als Botschafterinnen der Umweltbildung

Was können Kinder von Bienen lernen? Und wie bringe ich ihnen die Tiere näher? proBiene hat diese Fragen in einem Online-Workshop, der im Rahmen der „BNE-Wochen“ (Bildung für nachhaltige Entwicklung) stattfand, beantwortet und dabei gleichzeitig praktische Tipps gegeben.

Stellen wir uns vor, eine Biene fliegt durch ein geöffnetes Fenster auf ein Kind zu. Wie reagiert es? Schlägt es sie weg oder freut es sich über die Biene? Insekten lösen Emotionen bei uns aus, leider oft negative. proBiene will deshalb nicht nur die Anatomie der Biene erklären, sondern auch die Emotionen der Kinder verändern.

Emotionen bei Kindern wecken

Die Annahmen, die Kindern über die Welt haben, beruhen auf Erfahrungen. Das heißt: Wer nie Natur erlebt hat, dem ist sie fremd, er hat Angst vor ihr. Das erlebt auch Tobias Miltenberger, Imker und Geschäftsführer von proBiene, wenn er Schülergruppen das Imkern zeigt. Schüler und Schülerinnen haben Angst vor einem Stich. Doch dass jemand gestochen wird, ist selten, und für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass ein Kind eine Bienenallergie hat, ist Tobias Miltenberger ausgebildet, Erste Hilfe leisten zu können. Je länger die Kinder Zeit mit den Bienen verbringen, desto mehr schwindet ihre Furcht. Tobias Miltenberger setzt Schülern Drohnen auf die Finger, männliche Bienen ohne Stachel, und zeigt ihnen so die Zerbrechlichkeit dieser Wesen. Die Kinder entwickeln eine Sympathie für die Bienen, ihre Angst schwindet. Was bleibt, ist der Respekt vor der Natur.

Die Auswirkungen des eigenen Handelns

Doch selbst wenn Kinder Bienen in ihr Herz geschlossen haben, heißt das noch nicht, dass sie deshalb ihr Handeln ändern. Sie müssen auch verstehen, dass ihr Wirken mit der Umwelt zusammenhängt. Oft sind Kinder mit ihrem Alltag beschäftigt, was in der Zukunft passiert, ist ihrer Lebenswelt fern. Sie wissen zwar, dass eine nachhaltige Lebensweise für eine nachhaltige Welt unerlässlich ist, aber sie können das nicht auf ihr eigenes Wirken beziehen oder finden ihr Handeln gar irrelevant. Deshalb ist es wichtig, ihnen Zusammenhänge überspitzt klar zu machen: Wenn ich morgen flieg, dann wird in einer Woche eine Insel überschwemmt. Oder: Wenn ich heute Blumen zertrample, haben die Bienen morgen nichts zu essen. Aber nicht nur das, gemeinsam einen Blick in die Zukunft zu werfen und in Systemen denken zu lernen sind wichtige Fähigkeiten um nachhaltig handeln zu können.

Erfahrungen aus der Praxis

Der Kita Fidibus e.V. ist es gelungen, neunzehn Kinder zwischen drei und sechs Jahren an die Bienen heranzuführen. Armelle Mai-Thesing erzählt im Workshop über ihre Erfahrungen. Ursprünglich war das Imkern mit den Kindern als Projekt gedacht, doch als die Bienen umziehen sollten, bettelten die Kleinen darum, sie

zu behalten. Jetzt hat der Fidibus e.V. eine Imkerei, bei der die Kinder immer dann freiwillig mithelfen können, wenn der Imker da ist. Sie dürfen Kerzen ziehen, die Großen können beim Honigschleudern mithelfen und alle zusammen verkaufen einmal im Jahr die Produkte, aus deren Erlös die Bienen finanziert werden. Und wenn es gerade nicht zu den Bienen geht, werden Blumen gesät, Hochbeete angelegt, Obst und Gemüse gepflanzt. So lernen die Kinder durch die Biene, wie die Natur zusammenhängt, welche Rolle Insekten im Kreislauf einnehmen und wie Mensch und Tier harmonisch zusammenleben können. Armelle Mai-Thesing erzählt, dass in der Kita anfangs oft Kinder waren, die Insekten totgetrampelt haben. Jetzt wird jedes Lebewesen gerettet.

Material zum Download

Nicht immer ist es möglich, eigene Bienen zu halten. Deshalb hat proBiene Materialien für Kita und Schule, für draußen und drinnen entwickelt, mit denen Lehrende den Kindern Bienen, Insekten und deren Rolle in der Natur näher bringen können.

Der Methodenbroschüre für Kindergarten und Grundschule
Kinderbuch: Unsere Honigbiene – Eine summende Entdeckungsreise
Kinderbuch: Ein Jahr mit den Bienen
Info-Broschüre für Kinder: Willkommen bei den Bienen
Unterrichtsskizzen
Bilder hochladen und Arten entdecken
Ausmahlbilder

Kommende/laufende Projekte

Zudem werden demnächst zwei Projekte von proBiene starten, bei denen alle eingeladen sind, sich anzumelden.

1) Biene zu Besuch

proBiene bietet Kindergarten- und Schulbesuche an, in denen mit dem entwickelten Methodenkoffer gearbeitet wird. Dort gelingt der Ausbruch aus dem pädagogischen Alltag. Mit naturpädagogischen Methoden werden die Kinder abgeholt und emotional mitgenommen. Gleichzeitig wird fundiertes Wissen zur Lebensweise der Biene, zu ihrer Gefährdung und Lösungsansätze im eigenen Verhalten vermittelt. Hier geht es zur detaillierten Projektbeschreibung.

2) Bienen AGs

Schulen werden beim Aufbau einer Bienen AG fachlich und pädagogisch betreut.

– Den Kindern soll über die Naturerfahrung und die Erklärung der Zusammenhänge die ökologische Relevanz und Einordung des Natur- und Nutztieres „hautnah“ vermittelt werden.
– Dabei ist der Ansatz nicht eine rein theoretische Betrachtung, sondern ein Sinneserlebnis mit authentischen Materialen.
– Die Bienen zeigen zudem sehr klar die Situation unserer Umwelt und wecken Interesse und Motivation im Gesamtzusammenhang zu denken und nachhaltig zu handeln.

Hallo,

ich bin Sarah Bioly.

Wir schwärmen für

Biene, Mensch, Natur.

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