Die Wildbienen bestimmen

Weltweit gibt es etwa 20.000 verschiedene Bienenarten, 500 davon sind in Deutschland heimisch. Aufgrund der enormen Vielfalt in Bezug auf Größe und Farbe tut man sich als Anfänger oft schwer damit eine Art näher zu bestimmen, wenn es sich nicht um eine Honigbiene oder Hummel handelt. Das Hummeln auch zu den Wildbienen gehören, dürfte vielen Leuten nicht bekannt sein, da sie sich durch ihre Größe und Form von den meisten anderen Wildbienenarten abheben. Tatsächlich sind sie aber auch Teil dieser Überfamilie.

Hier geht es darum wie man auch als Laie eine entdeckte Wildbiene näher einordnen kann. Dies kann zum Beispiel interessant sein, wenn man im Garten ein eigenes Wildbienenhotel hat.

Erstmal muss man wissen, Bienenarten lassen sich in mehrere Gruppen einteilen. Zum einen gibt es die Honigbiene mit weltweit etwa neuen Arten, darunter auch unsere Westliche Honigbiene mit etwa 25 Unterarten. Den weitaus größeren Teil der Bienenarten machen die Wildbienen aus. Ein großer Anteil davon lebt allein (in der Fachsprache heißt das „solitär“), eine bilden aber auch Staaten wie die Honigbeine. Die Gruppe der Hummeln zum Beispiel gesellt sich mit mehreren Hunderten Artgenossinnen.

Entdeckt man eine Wildbiene und möchte sie bestimmen, gibt es mehrere Schritte zu befolgen. Zunächst müsste die Frage geklärt werden, ob es sich bei dem entdeckten Tier nicht einfach um eine gewöhnliche Honigbiene handelt. Wenn das ausgeschlossen wurde, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Wildbiene, die man dann näher bestimmen kann.

Eine Hummel würde man nur an Blumen finden, da sie aufgrund ihrer Nestgröße nicht an den üblichen selbstgemachten Nistmöglichkeiten interessiert sind. Wenn man wie bereits erwähnt ein Wildbienenhotel im Garten hat, lässt sich anhand der Nestverschlüsse eine nähere Einordnung der Wildbienengattung vornehmen. Eine gute Übersicht liefert eine Grafik auf dieser Seite. Aber auch anhand des Aussehens kann man die verschiedenen Arten unterscheiden. Die Wildbienen unterteilen sich in Arten mit und ohne Haaren.

Zu den Arten ohne Behaarung zählen die solitären Wespen und die Maskenbienen, alle anderen Bienen haben Haare.

Die Gruppe der Maskenbienen zeichnet sich durch ein helles „Gesicht“ sowie entsprechend helle Flecken an der Brust und den Beinen aus. Maskenbienen verschließen ihre Neströhre mit einer seidigen Membran. Die Scherenbienen erkennt man an den stark ausgeprägten Unterkiefern. Bei den Nestverschlüssen handelt es sich um einen Mörtel mit Steinchen.

Nur schwach behaart sind die Woll- und Löcherbienen. Die Wollbiene hat ihren Namen durch die Nestverschlüsse aus Pflanzenhaaren.

Stark behaart sind dagegen die Mauerbienen, sie verwenden einen Mörtel mit Holzfasern. Besonders bekannt ist die Gehörnte Mauerbiene, sie sieht der Steinhummel sehr ähnlich, ist jedoch nur etwa halb so groß, wodurch man beide Arten gut voneinander unterscheiden kann.

Die ebenfalls stark behaarten Blattschneidebienen verschließen ihre Neströhren ,wie der Name bereits vermuten lässt, mit Blattstücken.

Zuletzt bleiben noch die Pelzbienen, welche man an der ausgeprägten Behaarung, vor allem der Hinterbeine erkennt. Besonders im März und April sind diese Bienen im Garten unterwegs.

Bei Wildbienen, die man in der freien Natur entdeckt, lässt sich eine nähere Einordnung oft anhand der Umgebung und den angeflogenen Blüten machen. Viele Arten sind nämlich genau auf eine Arten von Blüten oder einen Lebensraum spezialisiert. Gerade deshalb ist es auch wichtig dass jeder Lebensraum erhalten bleibt!

Bei der ganz genauen Bestimmung können auch verschiedene im Handel angebotene Bücher helfen, die die einzelnen Arten mit Steckbriefen auflisten.

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ich bin Benedict Rastetter.

Benedikt hat nach seinem Abitur 2019 ein Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) bei proBiene absolviert. Ab Herbst möchte er Biologie studieren. Seine Leidenschaft sind Insekten und im speziellen Ameisen, die er auch als Kolonien hält und beobachtet.

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